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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt Udo Lindenberg: Kometenhaft panisch

Likörelle, Udogramme, nackte Akte & viel mehr:
Brost-Stiftung bringt das ganze Udoversum ins Ruhrgebiet!

Von Petra Grünendahl

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Das ist unverkennbar Udo Lindenberg auf den plakativen Bildern: Im „Selbstportrait“ mit Sonnenbrille und Hut (und zuweilen mit einem Likörglas in der Hand oder auch schon mal einem Joint). Feiner gezeichnete Bilder locken mit vielen Details zum ausgiebigen Erkunden ein: Sie verraten philosophische Reflektion, Witz und einen hintersinnigen Humor, den man Lindenberg gar nicht zugetraut hätte. Die Ausstellung macht mit ganz frühen, noch nie ausgestellten Zeichnungen und Skizzen die Entwicklung seines unkonventionellen Stils nachvollziehbar. Schon auf dem Album „livehaftig“ von 1979 zeichnet sich Udo selbst auf das Innencover, dem Album „Götterhämmerung“ legt er 1984 ein in reinen Konturlinien gezeichnetes Poster bei: Die Udogramme. Die schwarze Konturlinie definiert seine Figuren und lässt den Meister schon am Strich erkennen. Musen und Göttinnen gehören ebenso zum festen Personal wie der Meister selbst: Hut und Sonnenbrille als Synonym. Mit den Likörellen hat Lindenberg eine eigene Technik gefunden, dessen Bezeichnung er sich als Patent hat schützen lassen. Dabei erstaunt die breite Farbpalette: Bananenlikör für ein dunkles und Eierlikör für ein helles Gelb, Pfefferminzlikör für Grün, Kirschlikör für Rot oder Blue Curaçao für Blau.

 

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Universalgenie Udo Lindenberg hat seit Mitte der 1990er Jahre ein umfangreiches malerisches Werk mit großem Wiedererkennungswert geschaffen, das nun in einer sehr umfangreichen Werkschau in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zu sehen ist. Das geniale Multitalent, das als Sänger mit seinem Panikorchester Musikgeschichte schrieb, hat auch als Maler und Zeichner ein eigenwilliges, buntes, an Comic und Cartoon orientiertes Werk geschaffen, das hier mit all seinen Facetten vorgestellt wird. Ernsthafte Themen wie ein Bilder-Zyklus mit Lindenbergs Reflektionen zu Goethes Hauptwerk Faust, seine Auseinandersetzung mit den biblischen Geboten oder seine klare politische Haltung im Kampf gegen rechte Gesinnung – mit den Pimmelköppen wurde eine eigene Spezies geschaffen – stehen neben den munteren nackten Akten oder der losschippernden Andrea Doria. Den Flyer zur Ausstellung mit Infos und Terminen gibt es hier.

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Essener Brost-Stiftung ermöglicht diese einmalige Kunstausstellung der Werke von Udo Lindenberg. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte mit Fokus auf das Ruhrgebiet und einer Wirkung auch weit darüber hinaus zu unterstützen. „Die Brost-Stiftung fördert Projekte des Multitalentes Udo Lindenberg im und für das Ruhrgebiet. Die gebeutelte Ruhrregion braucht starke Verbündete. Lindenbergs Botschaften sind glaubwürdig, weil authentisch. Sie haben Wirkung. Ihre Autorität ist generationsübergreifend“, sagt Prof. Bodo Hombach, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung.

 

 
 
Udo Lindenberg, das Universalgenie

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Udo Lindenberg (*17. Mai 1946 in Gronau/Westfalen) ist ein Rockmusiker, Schriftsteller und Maler. Ende der 1960er-Jahre begann seine Musiker-Karriere als Schlagzeuger, ab den frühen 1970er-Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf Gesang und das Schreiben eigener Titel: Als einer der ersten Rockmusiker mit Texten in deutscher Sprache, wodurch er der deutschsprachigen Rockmusik zum Durchbruch verhalf. 1975 erschien sein erstes Buch, weitere folgten. In den 1980er Jahren widmete sich Lindenberg neben seinem musikalischen Schaffen zunehmend den Themen Frieden („Wozu sind Kriege da?“ 1981) und innerdeutsche Beziehungen („Sonderzug nach Pankow“ 1983). Einen 15-minütigen Auftritt hatte Lindenberg 1983 in der DDR vor ausgewähltem FDJ-Publikum im Ost-Berliner Palast der Republik. Eine für 1984 bereits geplante Tournee wurde von der Staatsführung der DDR wieder abgesagt. Erst im Januar 1990 konnte Lindenberg auf Tournee durch die DDR gehen. Seit den 1990er-Jahren tritt Lindenberg auch als Maler in Erscheinung. Er lebt seit 1968 überwiegend in Hamburg.
www.udo-lindenberg.de

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter 288-seitiger Katalog im Heel Verlag, herausgegeben von Christine Vogt und Frank Bartsch, dem Archivar Udo Lindenbergs. Das Buch mit 288 Seiten ist für 39,95 Euro im Museumsshop erhältlich (ISBN 978-3-69019-040-4).

Die 2011 in Essen gegründete Brost-Stiftung unterstützt Projekte in den Bereichen Kunst, Kultur, Jugend- und Altenhilfe, Volks- und Berufsbildung, Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege sowie mildtätige Zwecke. Mit Fokus auf das Ruhrgebiet stärkt sie durch Kooperation und innovative Projekte die regionale Identität und das Miteinander. Ziel ist eine nachhaltige Wirkung über die Region hinaus.

 

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Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft nach bisheriger Planung bis zum 28. September 2025. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 12,00 Euro (ermäßigt 6,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 22,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 19,00 Euro.

 
Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (mit Dr. Christine Vogt oder mit *Frank Bartsch, dem Archivar Udo Lindenbergs.

  • Sonntag, 20. Juli 2025, 15 Uhr,
  • *Sonntag, 10. August 2025, 15 Uhr (Anmeldung erforderlich, bereits ausgebucht),
  • Sonntag, 31. August 2025, 15 Uhr, und
  • Sonntag, 14. September 2025, 15 Uhr.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Events sowie Führungen der Kunstvermittlung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche (auch als Gruppenführungen). Alle Führungen (außer Gruppenführungen) sind im Museumseintritt inklusive. Details zum gesamten Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es im Flyer zur Ausstellung (Link siehe oben) sowie hier.

 

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Das Kleine Schloss. Foto: Petra Grünendahl.
Dank der Brost-Stiftung kann das gesamte Gebäudeensemble der Ludwiggalerie erstmals einem Künstler gewidmet werden: Das Kleine Schloss präsentiert dabei exklusiv die Biografie Lindenbergs anhand seiner musikalischen Werke und Shows. Von den Anfängen als Schlagzeuger in NRW bis zum Nr. 1-Hit Komet, wird das gesamte Udoversum im Ruhrgebiet sichtbar! Diese Ausstellung ist ebenfalls bis zum 28. September geplant. Als Eintrittskarte für beide Ausstellungsteile gibt es ein Bändchen.

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.

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Gedenkhalle im Schloss Oberhausen

Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Eine aktuelle Sonderausstellung zeigt Fotografien der Oberhausener Bildjournalistin Ruth Gläser (1928-2022) und ermöglicht damit einen spannenden Blick zurück ins Oberhausen der Nachkriegszeit. Der fotografische Nachlass befindet sich im Besitz der Stadt Oberhausen. Die Sonderschau ist bis zum 7. September zu sehen. Geöffnet hat die Gedenkhalle ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!
www.gedenkhalle-oberhausen.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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