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Fachkräfte gesucht? Fachpraktiker gefunden! – Niederrheinische IHK berät beim Thema inklusive Bildung

Philipp Koenen ist ein Organisationstalent. Foto: Seniorenpark Carpediem.
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Mitarbeiter, die mit ganzem Herzen anpacken und im Betrieb durchstarten: Wer wünscht sich das nicht? Manchmal hindern Beeinträchtigungen junge Menschen jedoch daran, im Berufsleben Fuß zu fassen. Der Ausbildungsgang zur Fachpraktikerin oder zum Fachpraktiker schafft hier Abhilfe. Und Chancen für beide Seiten.

Philipp Koenen ist ein Organisationstalent. Als stellvertretender Küchenleiter im Senioren-Park Carpediem in Voerde trägt er Verantwortung für den reibungslosen Ablauf in der Küche. Einrichtungsleiter Carsten Wohlfarth hat Koenen als Fachpraktiker eingestellt – und wurde nicht enttäuscht. „Bei seiner weiteren Karriere hier im Haus war dann sein individuelles Talent ausschlaggebend“, sagt Wohlfarth. Dank seiner guten Leistungen konnte der 27-Jährige schon bald die nächste Stufe erklimmen. Seit drei Jahren ist er nun im Haus tätig, die abgeschlossene Ausbildung ebnete ihm den Weg zur Festanstellung.

Ausbildung mit Perspektive
Im Carpediem mit rund 170 Mitarbeitern ist die Ausbildung zum Fachpraktiker längst etabliert. „Wir bilden aktuell im Bereich personale Dienstleistungen aus“, erklärt Wohlfarth. Die Umsetzung im Alltag ist für ihn gut machbar. Mit Partnern wie dem Bildungsträger SBH West oder der AWO werden die einzelnen Ausbildungsschritte organisiert. Bereits im Vorfeld wird geprüft, ob der Weg zum Fachpraktiker überhaupt infrage kommt. Dafür schätzen Kooperationspartner gemeinsam mit der Arbeitsagentur die individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen der Jugendlichen ein. Nur wenn eine reguläre Ausbildung aufgrund von Lernbeeinträchtigungen nicht möglich ist, kommt der Fachpraktikerweg zum Tragen. Die Ausbildung selbst ist dann besonders praxisorientiert.

„Wichtig ist für uns, dass die Chemie stimmt – bei allen Bewerberinnen und Bewerbern“, betont Wohlfarth. Deshalb seien ein Praktikum oder eine längere Hospitation vorab unerlässlich. Wird die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, steht einer Weiterbeschäftigung nichts im Wege. „Wir bilden grundsätzlich für den eigenen Bedarf aus – und bieten den jungen Menschen damit eine echte Perspektive.“ Einige entscheiden sich später für eine weiterführende Qualifikation, etwa zur Pflegefachassistenz. Doch auch mit dem Abschluss als Fachpraktiker können die jungen Menschen bereits ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Ausbildung mit Perspektive

IHK-Expertin Angelina Olschewski berät Unternehmen beim Thema Fachpraktiker-Ausbildung. Foto: Jacqueline Wardeski / Niederrheinische IHK.
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„Das ist genau das Ziel der Ausbildung“, erklärt Angelina Olschewski, Fachberaterin für inklusive Bildung bei der Niederrheinischen IHK. „Menschen mit Behinderung sind häufig sehr gut in der Lage, praktische Tätigkeiten zu erlernen. Die Fachpraktikerausbildung bietet dafür ein solides Fundament.“ Betriebe erhielten so eine zusätzliche Möglichkeit, motivierte Mitarbeiter zu gewinnen. „Wer praktische Aufgaben zu vergeben hat, kann hier wertvolles Potenzial nutzen.“ Je nach Einzelfall gibt es zudem Fördermöglichkeiten für die ausbildenden Betriebe – etwa durch die Arbeitsagentur oder das Integrationsamt.

Gemeinsam Lösungen finden
Auch im Carpediem spielt der Fachkräftemangel eine Rolle. Während die Personalsituation im Pflegebereich stabil ist, gestaltet sich die Suche nach Mitarbeitern in der Hauswirtschaft, der Reinigung und der Küchenassistenz deutlich schwieriger. Hier kann der Ausbildungsgang zum Fachpraktiker eine Lösung sein. Denn die Ausbildung gibt es für zahlreiche Berufsfelder – von der Küche über die Pflege bis hin zum Verkauf. Und die Nachfrage ist groß: „Ich gehe regelmäßig an Förderschulen, um über das Modell zu informieren“, berichtet Angelina Olschewski. „Die Resonanz ist überwältigend. Direkt danach melden sich viele interessierte Jugendliche bei mir.“ Schwieriger sei es, ausbildende Unternehmen zu finden. Dabei sei die Hürde gering: „Es gibt klare Zugangsvoraussetzungen, transparente Abläufe und umfassende Unterstützung. Auch für kleine und mittlere Betriebe. Für viele kann das eine tolle Chance sein.“

Als Ansprechpartner bei der Miederrheinischen IHK ist Angelina Olschewski erreichbar per eMail unter olschewski (at) niederrhein.ihk.de sowie telefonisch unter 0203 / 2821-391.

 
Niederrheinische IHK
Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
www.ihk.de/niederrhein
Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg

Foto: Seniorenpark Carpediem (1), Jacqueline Wardeski / Niederrheinische IHK (1)

 

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