Schon seit zehn Jahren dauert es immer länger, bis Betriebe im Handwerk offene Stellen besetzen können. Ein Indiz hierfür ist die Vakanzzeit dieser Stellen, die kontinuierlich angestiegen ist und dauerhaft über der aller gemeldeten Arbeitsstellen insgesamt liegt. Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Handwerksberuf bestätigt dieses Bild. Zum Tag des Handwerks beleuchtet die BA die Daten genauer.

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Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Handwerksberufen sinkt – im Gegensatz zum Trend insgesamt
Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Handwerksberuf untermauert diesen Befund. Denn die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland insgesamt wächst seit Jahren stetig an, von 30,7 Millionen im Juni 2015 auf rund 34,8 Millionen im Juni 2024. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Handwerk um 110.000 Beschäftige von 3,5 Millionen auf 3,4 Millionen. Das entspricht einem Minus von rund 3 Prozent.
Die Gründe für diese Entwicklung können vielfältig sein: der bereits beschriebene Fachkräftemangel in einzelnen Berufen, eventuell auch Automatisierung oder fehlende Qualifikationen der Bewerbern könnten dazu beitragen. Zumindest bei der Suche nach Bewerbern und bei der Weiterbildung noch nicht ganz passender Bewerbern können Arbeitsagenturen und Jobcenter vor Ort unterstützen.
Die Arbeitgeberservices der Arbeitsagenturen und Jobcenter unterstützen und beraten Betriebe bei der Suche nach geeignetem Personal. Sie helfen auch bei Fragen rund um Qualifizierung und Weiterbildung bis hin zum Nachholen eines Berufsabschlusses. Kontakt zum Arbeitgeberservice vor Ort erhalten Betriebe über die kostenlose Rufnummer: 0800 4 55 55 20 oder im Netz www.arbeitsagentur.de/unternehmen/arbeitgeber-service.
Hintergrund-Information
In den offiziellen Arbeitsmarktstatistiken gibt es keine Zuordnung eines Berufs oder einer Firma zum Handwerk. Um trotzdem Aussagen machen zu können, hat die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ein Aggregat von „typischen“ Handwerksberufen gebildet – das sind Berufe, die eindeutig dem Handwerk zugeordnet werden können. Es gibt aber auch viele Berufe, die sowohl in der Industrie als auch im Handwerk ausgeübt werden können (z. B. Elektroniker). Enthalten sind zudem nur Berufe mit Berufs-, Weiterbildungs- oder Studienabschlüssen – keine Helferberufe. Das Handwerks-Aggregat stellt also nur eine Teilmenge des Geschehens im Handwerk dar.
Bundesagentur für Arbeit
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