Gesperrte Rheinbrücken zunehmend Wirtschaftsrisiko

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Durch die maroden Brücken verlieren Unternehmen Zeit und Planungssicherheit. Und sie fallen im Wettbewerb zurück. Zusätzlich werden Lieferketten unterbrochen und Umwege verursachen zusätzliche Kosten. Das belastet Umwelt wie Beschäftigte gleichermaßen.
Im Februar erwartet die Wirtschaft in der Region weitere Einschränkungen: Dann beginnen die Ablastungen der Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf auf 3,5 Tonnen und der Bonner Friedrich-Ebert-Brücke (Nordbrücke) auf 7,5 Tonnen. Bereits zuvor waren mit der Josef-Kardinal-Frings-Brücke in Düsseldorf und der Uerdinger Brücke zwischen Krefeld und Duisburg zentrale Rheinquerungen für den Wirtschaftsverkehr weitgehend ausgefallen.
„Kaum irgendwo sonst sind die Folgen kaputter Straßen und Brücken sichtbarer als im Rheinland. Hinzu kommt: Die Brücken über den Rhein sind besondere Nadelöhre: Fällt eine aus, dann heißt das besonders lange Umwege und zusätzliche Staus auf den verbleibenden Querungen. Rheinbrücken haben also ein besonders hohes Infarktrisiko für den Wirtschaftsstandort. Unsere Politik muss das noch stärker in den Fokus nehmen. Die Verkehrspolitik darf nicht an NRW vorbeigehen“, betont Ocke Hamann, Geschäftsführer bei der Niederrheinischen IHK und verkehrspolitischer Sprecher der IHK NRW.
Hohe Ausfallkosten durch marode Brücken
180 Millionen Euro pro Jahr: So hoch sind die Ausfallkosten, weil die vier genannten Rheinbrücken nur eingeschränkt genutzt werden können. Das haben die Industrie- und Handelskammern ausgerechnet. Zahlreiche Brücken müssen neu gebaut werden – darunter auch die Fleher Brücke in Düsseldorf. Teils werden sie erweitert, wie die Bonner Nordbrücke. Entscheidend dabei ist das Tempo: Planung und Genehmigungen müssen beschleunigt werden.
Darüber hinaus muss das Land NRW deutlich stärker koordinieren. Bund, Land, Kommunen und Bahn als unterschiedliche Baulastträger müssen ihre Maßnahmen abstimmen, um zusätzliche Engpässe zu vermeiden. Ebenso notwendig sind Umleitungskonzepte, die gemeinsam mit den Städten entwickelt werden. Sie sollten die bestehenden Restriktionen berücksichtigen und weitere Brückenausfälle einkalkulieren.
Schnellere und pragmatischere Lösungen
Ebenfalls ein zentraler Punkt: Denkmalschutz. Da die Rheinbrücken auch Funktionsbauwerke sind, braucht es hier pragmatische Ausnahmen durch das zuständige Ministerium. Nur so kann es gelingen, Neubauten oder Ersatzlösungen nicht weiter zu verzögern.
Auch auf der rechtlichen Ebene sieht die IHK-Initiative Rheinland Handlungsbedarf: Um Klagen gegen Infrastrukturprojekte zügig zu bearbeiten, fordert sie die Einrichtung eines eigenen Senats zum Thema beim Oberverwaltungsgericht Münster.
„Was für die Wirtschaft zählt, sind schnelle Entscheidungen und Rechtssicherheit. Denn viele der von den aktuellen LKW-Sperrungen betroffenen Unternehmen können nicht zehn Jahre oder länger auf einen Neubau warten. Das aber ist heute noch normal. Wir müssen deshalb dazu kommen, dass die Prozesse deutlich schneller werden. Und die Möglichkeiten der Verzögerungen klar eingeschränkt werden. Gerade bei den Rheinbrücken“, so Hamann.
Die IHK-Initiative Rheinland wird den Prozess weiterhin konstruktiv begleiten, sich für eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur einsetzen und steht bereit, ihre Expertise in die dringend notwendigen Lösungen einzubringen.
IHK-Initiative Rheinland
Der IHK-Initiative Rheinland gehören folgende Industrie- und Handelskammern an: Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Mittlerer Niederrhein (seit Herbst 2011). die Bergische IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid (seit Herbst 2011) sowie die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve zu Duisburg (seit 2016), die IHK Köln war seit Gründung bis Ende 2023 Mitglied.
Niederrheinische IHK
Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
www.ihk.de/niederrhein
Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg
Foto: Petra Grünendahl
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