Tradtionelle chinesische Landschaftsmalerei modern interpretiert Von Petra Grünendahl Huang Min im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________Blickfang der Ausstellung im großen Raum des Anbaus im Museum DKM sind zwei jeweils 16 Meter breite Großgemälde: Hier kombiniert die Künstlerin Huang Min (*1975) die klassische chinesische Landschaftsmalerei im Hintergrund (imaginierte Shanshui-Landschaften) mit Szenen von Menschen, mit denen sie eine Brücke in die Gegenwart schlägt. Ihr künstlerischer Ausdruck bewegt sich im Spannungsfeld von traditioneller chinesischer Bildästhetik und modernen, global geprägten Fragestellungen. Ihre menschlichen Figuren sind nicht dem Betrachter zugewandt, sondern agieren mit der Landschaft im Hintergrund, sind dieser zum Teil auch zugewandt zu sehen. Die großformatigen Bilder (16 x 2 Meter) sind erkennbar als ganzes konzipiert, aber auf jeweils vier einzelnen Leinwänden (4 x 2 Meter) entstanden, deren Handlungen Leinwandgrenzen überschreiten. Eine Bilder-Serie von Porzellan-Malereien in einer Art „Delfter Blau“, bemalte Vasen sowie mittlere und kleinere Gemälde vervollständigen eine faszinierende Werkschau.
Huang Min im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________Mit der Ausstellung „Im Fluss der Formen“ zeigt das Museum DKM Werke von Huang Min, einer zeitgenössischen chinesischen Künstlerin. Museumsstifter Dirk Krämer und Klaus Maas stellten die neue Sonderausstellung im Pressegespräch vor. „Wir haben Huang Min das erste Mal im Kunsthaus Nürnberg-Erlangen entdeckt, wo der dort am Konfuzius-Institut tätige Ronald Kiwitt als Kurator regelmäßig Ausstellungen macht“, erzählte Klaus Maas. Ronald Kiwitt hat auch diese Ausstellung kuratiert: Eine Kuratorenführung ist am Eröffnungstag (21. März) um 15 Uhr geplant (Tickets gibt es hier). „Wir sind das einzige Museum, in dem es die neue und die alte chinesische Kunst gibt“, so Maas über einen bedeutenden Sammlungsschwerpunkt des Museums DKM. Die Ausstellung „Im Fluss der Formen“ ist ab Morgen fürs Publikum geöffnet und läuft bis zum 4. Oktober. Parallel ist bis zum 31. Oktober die gerade eröffnete Sonderschau von André Schweers zu sehen.
Huang Min im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________„Die in der Sonderausstellung präsentierten Werke der Künstlerin sind alle im Besitz von privaten Sammlern, die sie als Leihgaben für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben“, so Dirk Krämer. „Huang Min wird im Sommer nach Duisburg kommen“, kündigte er an. Einen genauen Termin konnte Krämer noch nicht nennen. Die Werkschau versammelt Schlüsselwerke aus unterschiedlichen Schaffensphasen und verdeutlicht Huang Mins kontinuierliche Auseinandersetzung mit Materialität, Identität und interkulturellen Begebenheiten.
Die Künstlerin und der Kurator Huang Min wurde 1975 in der chinesischen Provinz Sichuan geboren. 1998 erlangte sie einen Bachelor-Abschluss im Fachbereich Ölmalerei an der Sichuan Academy of Fine Arts, dem Huang Min im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________2006 ein Master-Abschluss ebenfalls für Ölmalerei an der Central Academy of Fine Arts in Peking folgte.
Ihre künstlerische Prägung erhielt sie durch ihrem Großvater, einem traditionellen Tuschemaler. Ihr Mann ist ebenfalls Künstler: mit einem Fokus auf Keramik- und Porzellanarbeiten. Huang Min konzentrierte sich auf Malerei, Aquarell und Porzellanmalerei. Sie lebt und arbeitet in Peking und in den USA. Internationale Aufmerksamkeit erlangte Huang Min unter anderem durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit der BMCA-Collection (Blue Mountain Contemporary Art, Luxemburg), die ihre Werke in Wien und Peking präsentierte. Mit Einzelausstellungen sowie Beteiligungen an Gruppenausstellungen unter anderem in China, Europa und Deutschland ist wie international präsent. Sie war 2015 im Rahmen der Ausstellungsreihe „China 8“ im Ruhrgebiet zu sehen, allerdings nicht in Duisburg, sondern in Hagen, Recklinghausen und Düsseldorf.
Huang Min im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________Der Sinologe und Kunsthistoriker Ronald Kiwitt ist spezialisiert auf ostasiatische Kunst. Nach seinem Studium in Berlin und Peking sammelte er früh Erfahrungen in der internationalen Kunstwelt. In der Goldgräberstimmung der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre, als sich das Land dem Westen öffnete, ging er erstmals nach China, wo er die Vielfalt chinesischer Kunst entdeckte. Als Kurator an Museen in Peking und Shanghai (2010-2014) erhielt er später auch tiefere Einblicke in die florierende zeitgenössische Kunstszene Chinas. Seine Arbeit für das Auktionshaus Christie’s führte ihn regelmäßig zu Kunstmessen in Hongkong, Shanghai und Singapur. 2017 kehrte er nach Deutschland zurück: Zunächst als Dozent für Ostasiatische Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Seit 2020 ist Ronald Kiwitt Leiter des Kunstbereichs am Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen an der Friedrich-Alexander-Universität e.V., wo er im „Kunstraum“ regelmäßig Ausstellungen veranstaltet und internationalen Künstlern eine Plattform für akademischen und künstlerischen Austausch bietet.
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Museum DKM Museum DKM im Dellviertel. Foto: Petra Grünendahl.. _________________________________________Das private Museum DKM hat 1999 etwas kleiner als Galerie im Duisburger Innenhafen begonnen. Mit ihrer wachsenden Kunstsammlung zogen die Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer im Januar 2009 ins Zentrum der Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Kantpark mit dem Lehmbruck Museum. Die Architektur des Museums, die umgebaute ehemalige Gewerbeimmobilie eines Elektrogroßhändlers, dient in ihrer Zurückhaltung der Ausstellung der Kunst. Hier zeigen die Museumsstifter unter dem Motto „Linien stiller Schönheit“ aus ihrer eigenen Sammlung Kunst und Kultur aus 5.000 Jahren sowie wechselnde Sonderausstellungen auch mit Leihgaben. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst, Kunst aus Südostasien, Alt-Ägypten und zeitgenössischer Fotografie. Die drei Baukörper des Museums erstrecken sich über fünf Ebenen und umfassen 2.700 Quadratmeter in 51 Räumen. Das Museum DKM gehört zu den 21 RuhrKunstMuseen.
Das Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel ermöglicht mittwochs zwischen 10 und 16 Uhr für exklusive Führungen (nach Voranmeldung). Sonderöffnungen gibt es an Wochenende etwa einmal im Monat (Termine auf der Webseite). Ansonsten wird an anderen Tagen der Woche nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre 6 Euro. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppenführungen (ab 10 Personen) jenseits der normalen Öffnungszeiten gibt es einen Sonderöffnungspreis von 10 Euro pro Person, für Schulen und Universitäten im Rahmen von Lehr- und Weiterbildungsveranstaltungen sind diese kostenlos. Führungen können auf Deutsch und Englisch gebucht werden. Außerdem gibt es spezielle Vermittlungskonzepte für Kinder und Jugendliche. Eine Jahreskarte kostet 100 Euro und berechtigt zum Eintritt für ein Jahr ab Abstellungsdatum. Die RuhrKultur.Card ermöglicht einen einmalig freien Eintritt. Weitere Infos gibt es hier.
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