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Niederrheinische IHK: Berlin muss Niederrhein-Wirtschaft stärken

 
IHK-Unternehmer: Mehr Tempo bei Reformen

Unternehmer vom Niederrhein sprechen mit Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) darüber, was sie von der Politik erwarten. Foto: Niederrheinische IHK.
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Die Bundesregierung hat eine Wirtschaftswende angekündigt und Milliarden-Schulden aufgenommen. Doch die Betriebe am Niederrhein merken davon wenig. Schleppende Bürokratie, marode Brücken und hohe Steuern bremsen die Wirtschaft aus. Die Sorgen der Unternehmen sind so groß wie lange nicht mehr. Eine Delegation der Niederrheinischen IHK machte bei ihrem Besuch bei Spitzenpolitikern des Bundestages deutlich: So geht es nicht weiter.

„Unsere Unternehmen leiden unter den Standard-Bedingungen. Wir erleben die längste Stagnation seit 80 Jahren. Unsere Firmen bauen Stellen ab und investieren nicht mehr“, beschreibt Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK, die Lage. „Die Bundesregierung hat uns vor einem Jahr Reformen versprochen. Wir sind in Berlin, um diese einzufordern: Weniger Bürokratie, schnellere Verfahren und niedrigere Steuern, einfachere Existenzgründungen sowie Innovation fördern. Stattdessen diskutiert Berlin, die Betriebe bei Rente oder Erbschaft mehr zu belasten. Das ist Gift für den Mittelstand“, bekräftigt Schaurte-Küppers.

Einsatz für den Stahl
Im Gespräch mit Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas und dem Staatssekretär für Wirtschaft Stefan Rouenhoff erläuterten die Unternehmer der Region ihre Sorgen. Sie fordern, die Stahlindustrie schnell vor Billig-Importen aus China zu schützen. „Der größte Stahlstandort der EU für uns in Duisburg bleibt unter Druck. Die Unternehmen müssen viele tausend Stellen streichen. Wir brauchen hier eine Perspektive, auch für die Transformation hin zu grünem Wasserstoff“, betont der IHK-Präsident.

Infrastrukturgesetz guter Einstieg
Auch bei der Infrastruktur drücken die Unternehmer aufs Tempo. „Es ist gut, dass die Bundesregierung nun ernst machen will mit schnelleren Verfahren. Die Sanierung muss zügiger gehen. Eine kaputte Brücke muss in zwei Jahren ersetzt sein“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger.

Delegation fordert schnelles Handeln
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zeigte beim Treffen mit der Delegation vom Niederrhein Verständnis für die Sorgen der Wirtschaft: „Internationale Krisen, Transformation, demografischer Wandel: Unternehmen und Beschäftigte in unserem Land stehen vor großen Herausforderungen. Dies gilt auch für die Region Niederrhein, die wirtschaftlich breit aufgestellt ist – von Industrie bis hin zu Logistik, Handel und Dienstleistungen. Die Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen: mit einer starken Sozialpartnerschaft und einem Zusammenspiel aus politischen Rahmenbedingungen, gezielter Unterstützung und unternehmerischer Verantwortung. Das zeichnet unsere soziale Marktwirtschaft aus.“

Im Wirtschaftsministerium trafen die Unternehmer den Parlamentarischen Staatssekretär Stefan Rouenhoff. „Ein Blick von Kleve über Wesel nach Duisburg zeigt: Die niederrheinische Wirtschaft ist breit aufgestellt, hat eine hohe Wertschöpfungstiefe und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand unseres Landes. Damit unsere Region auch in den nächsten Jahren wirtschaftlich leistungsfähig sein kann, braucht es Investitionen in die Verkehrs- und digitale Infrastruktur, bezahlbare Energiepreise, weniger Bürokratie, mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, geringere Lohnnebenkosten und qualifizierte junge Menschen. Die hierfür notwendigen Reformen erfordern erhebliche Kraftanstrengungen. Aber sie bringen unsere Region und unser Land wieder nach vorne“, betonte er.

In allen Gesprächen machte die IHK-Delegation deutlich, dass sie kraftvolle und mutige Reformen erwarten. Die guten Ansätze der Regierung müssen vor Ort ankommen.

 
Niederrheinische IHK
Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
www.ihk.de/niederrhein
Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg

 

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