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Bei Omer lag eine sogenannte Fallot-Tetralogie vor. Dabei handelt es sich um einen komplexen, angeborenen Herzfehler, bei dem mehrere Fehlbildungen gleichzeitig vorliegen. „Zwischen den beiden Herzkammern bestand ein großes Loch und die Wege vom Herzen zur Lunge waren stark verengt“, erklärt Dr. Michael Scheid, Chefarzt der Sektion Kinderherzchirurgie und Chirurgie angeborener Herzfehler am Herzzentrum Duisburg. Für Omer wurde die Situation zunehmend gefährlich, da durch die Engstellen zu wenig Blut in die Lunge gelangte, um den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Immer wieder kam es zu kritischen Phasen, in denen zeitweise kaum noch Blut zur Lunge floss. „Diese Krisen konnten in seiner Heimat lange Zeit aufgefangen werden, traten aber zuletzt immer häufiger auf“, sagt Dr. Scheid. „Deshalb bestand die Sorge, dass eine erneute Krise für Omer lebensbedrohlich werden könnte.“
Um Omer dauerhaft zu stabilisieren, war eine korrigierende Herzoperation erforderlich. Dabei wurde das Loch zwischen den Herzkammern mit einem speziellen Patch verschlossen. Zudem wurden die verengten Bereiche während des Eingriffs erweitert, um den Blutfluss vom Herzen in die Lunge zu verbessern.
Hilfe über Ländergrenzen hinweg
Dass Omer in Duisburg behandelt werden konnte, ist auch einer besonderen Verbindung zwischen dem Kosovo und Deutschland zu verdanken. Entstanden war der Kontakt über den Juristen Dr. Bernd Franke. Nach seiner Tätigkeit für die EU-Mission EULEX Kosovo begann er, die Kinderklinik in Pristina beim fachlichen Austausch mit deutschen Kliniken zu unterstützen. Über Hospitationen kosovarischer Ärzte entstand auch der Kontakt zum Herzzentrum Duisburg.
Als sich Omers Gesundheitszustand zuspitzte, wandte sich die Kinderklinik in Pristina über diesen bestehenden Kontakt erneut nach Duisburg. Die medizinischen Unterlagen des Jungen wurden an Dr. Scheid weitergeleitet. Parallel wurden die Finanzierung und die organisatorischen Voraussetzungen geprüft. Nach der Zusage der Gerald Asamoah Stiftung und der Unterstützung durch den Kosovo Health Insurance Fund konnte die Behandlung kurzfristig vorbereitet werden.
Gemeinsam mit seinen Eltern reiste Omer Anfang Juni nach Deutschland und wurde schließlich im Herzzentrum Duisburg operiert. Der Junge hat den Eingriff gut überstanden. Betreut wurde er dabei auch vom Team der Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler um Chefarzt Dr. Gleb Tarusinov. „Omer hat sich nach dem Eingriff gut entwickelt. Jetzt kommt es darauf an, seine Entwicklung weiter gut im Blick zu behalten“, sagt. Dr. Tarusinov. „Das passiert vor Ort im Kosovo. Zusätzlich werden wir ihn einmal im Jahr hier in Duisburg sehen.“
Omer ist nicht das erste Kind, dem die Gerald Asamoah Stiftung gemeinsam mit dem Herzzentrum Duisburg helfen konnte. Die Stiftung des ehemaligen Fußball-Nationalspielers, der selbst mit einem angeborenen Herzfehler lebt, hat bereits mehrfach Behandlungen von Kindern aus dem Ausland in Duisburg unterstützt. Noch im Juni konnte Omer mit seiner Familie in den Kosovo zurückkehren. Für sie bedeutet die gelungene Operation die Chance auf ein möglichst normales Leben.
#verbundenstark
Der Verbund Evangelisches Klinikum Niederrhein deckt an mehreren Standorten mit einer Vielzahl an Fachkliniken ein breites medizinisches Spektrum ab. Zum Verbund gehören: das Evangelische Krankenhaus Duisburg-Nord, das Herzzentrum Duisburg, das Johanniter Krankenhaus Oberhausen und das Evangelische Krankenhaus Dinslaken.
Evangelisches Klinikum Niederrhein gGmbH
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