Wohnungsbau: Innenverdichtung allein reicht nicht

________________________________________________
Nach städtischen Angaben liegt die Leerstandsquote bei unter zwei Prozent, was deutlich macht, dass kaum Puffer am Markt vorhanden ist. Besonders der preisgünstige Mietwohnungsbau steht unter Druck, während die Nachfrage im mittleren Segment ebenfalls steigt. „Duisburg wächst moderat, steht aber dennoch vor erheblichen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt. Die Bevölkerungszahlen werden nach Prognosen langfristig stabil bleiben. Dennoch steigt der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum, weil Haushalte kleiner werden und die Nachfrage nach modernen, bezahlbaren Wohnungen zunimmt“, so InWIS-Geschäftsführer Prof. Torsten Bölting. Seine Prognose: „Duisburg kann mit Innenentwicklung allein den Wohnraumbedarf nicht decken.“ Selbst wenn hohe Dichten von über 40 Wohnungen pro Hektar umgesetzt werden und zwei Drittel aller neuen Flächen für den Wohnungsbau reserviert werden, müssten täglich bis zu 42 Hektar landesweit mobilisiert werden. Dieses Szenario überfordert die Realität in Duisburg, wo Baulandreserven begrenzt und Genehmigungsprozesse langwierig sind.
In den vergangenen Jahren hat Duisburg vergleichsweise wenig neue Bauflächen für den Wohnungsbau aktiviert. 2023 wurde ein Flächenverbrauch von knapp 40 Hektar bilanziert, der nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Ein Großteil des Potenzials liegt in Nachverdichtung und Umnutzung von Industrieflächen. Doch diese Projekte erweisen sich oft als langwierig und komplex. Beispiele sind die Konversionsflächen in Hochfeld oder die Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhofs.
Zugleich bleibt der Druck hoch, auch in den äußeren Stadtteilen Bauland bereitzustellen, um kurzfristig Entlastung zu schaffen. „Unsere Analyse verdeutlicht, dass Innenverdichtung nur ein Teil der Lösung sein kann. Für Duisburg wie für viele andere Städte gilt: Es braucht die richtige Balance aus Nachverdichtung und einer verantwortungsvollen Entwicklung neuer Flächen im Außenbereich“, sagt Dr. Torsten Bölting, Geschäftsführer von InWIS.
Karsten Koch, Regionalsprecher des BFW NRW und Geschäftsführer der Bochumer Markus-Bau, betont: „Duisburg ist ein Beispiel dafür, dass selbst die beste Innenentwicklung an Grenzen stößt. Ohne zusätzliche Flächen im Außenbereich bleibt der Wohnraumbedarf ungestillt. Politik und Verwaltung müssen den Mut haben, diese Potenziale zu erschließen – nachhaltig und planvoll.“
Über den BFW NRW
Der BFW NRW ist der Landesverband des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. vertritt die Interessen von mehr als 300 Mitgliedsunternehmen aus NRW und ist als Unternehmerverband der Ansprechpartner für wohnungswirtschaftliche und wohnungspolitische Fragestellungen. Dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen als Interessenvertreter der mittelständischen Immobilienwirtschaft gehören derzeit rund 1.600 Mitgliedsunternehmen an. Als Spitzenverband wird der BFW von Landesparlamenten und Bundestag bei branchenrelevanten Gesetzgebungsverfahren angehört. Die Mitgliedsunternehmen stehen für 50% des Wohnungs- und 30% des Gewerbeneubaus. Sie prägen damit entscheidend die derzeitigen und die zukünftigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Deutschland. Mit einem Wohnungsbestand von 3,1 Millionen Wohnungen verwalten sie einen Anteil von mehr als 14% des gesamten vermieteten Wohnungsbestandes in der Bundesrepublik. Zudem verwalten die Mitgliedsunternehmen Gewerberäume von ca. 38 Millionen Quadratmetern Nutzfläche.
www.bfw-nrw.de
BFW NRW
Foto: x
Entdecke mehr von Rundschau Duisburg
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
Sie muessen eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben Einloggen