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Das Kommunalwahl-Navi läuft für acht Städte: Für Duisburg, Essen, Oberhausen, Bochum, Köln geht es Mitte August online, für Münster, Bielefeld, Paderborn ist es ab 4. August verfügbar. Wer das Navi nutzt, soll die Positionen der Parteien in der jeweiligen Stadt verstehen und sie vergleichen können, ohne sich mühsam durch Programme und Politiksprech zu arbeiten.
Damit das funktioniert, haben PD Dr. Julia Schwanholz, Raphael Moser, Dr. Ray Hebestreit (alle Universität Duisburg-Essen, UDE) und Prof. Dr. Norbert Kersting (Universität Münster) im Juli mit rund 60 Studierenden Thesen entwickelt. Diese wurden an alle kandidierenden Parteien, Wählerbündnisse und Bürgerlisten in den genannten Städten geschickt. Niemand wurde ausgeschlossen. „Die meisten reagieren schnell und konstruktiv, einige haben wir mehrfach erinnert“, so Schwanholz.
Prüfen, diskutieren, aussortieren
„Uns war wichtig, lokale Besonderheiten zu berücksichtigen“, sagt die Politikwissenschaftlerin. „Neben übergreifenden Themen wie Bildung, Verkehr oder Wohnen haben wir auch lokalspezifische Fragen erarbeitet – etwa zu Radwegen, Videoüberwachung oder kommunalen Finanzen.“
Was an Antworten eingeht, wird nicht einfach übernommen, sondern geprüft, diskutiert und manchmal auch aussortiert. Denn nur Thesen, die wirklich Unterschiede zwischen den Parteien sichtbar machen, werden ins Navi aufgenommen. Für die Umsetzung nutzen die Wissenschaftler die Plattform VOTO. Sie hat sich bereits in anderen Bundesländern bewährt und wird bundesweit in der politischen Bildung eingesetzt.
Nur: Was bringt so ein Navi überhaupt? „Die Forschung zeigt: Wer eine Wahlhilfe nutzt, wählt informierter – und überhaupt: geht eher wählen“, sagt Schwanholz. Besonders für junge oder unentschlossene Menschen könne das Navi ein Anstoß sein, sich mit kommunalpolitischen Fragen auseinanderzusetzen. Und die sind oft näher dran, als man denkt: „Ob Buslinie, Parkbank oder Bolzplatz – viele politische Entscheidungen betreffen direkt unser Wohnviertel. Wer glaubt, dass Politik nur in Berlin oder Brüssel gemacht wird, liegt falsch. Kommunalpolitik gestaltet unser direktes Lebensumfeld. Wer hier wählt“, appelliert Schwanholz, „kann mit seiner Stimme tatsächlich etwas bewegen!“
DAs Kommunalwahl-Navi für Duisburg findet man unter https://app.voto.vote/de/app/12968927.
Weitere Kommunalwahl-Navis
Bielefeld: https://app.voto.vote/de/app/2249723
Bochum: https://app.voto.vote/de/app/14542761
Essen: https://app.voto.vote/de/app/14583798
Köln: https://app.voto.vote/de/app/3868580
Münster: https://app.voto.vote/de/app/3141396
Oberhausen: https://app.voto.vote/de/app/13786581
Paderborn: https://app.voto.vote/de/app/2544056
Universität Duisburg-Essen (UDE)
Die Universität Duisburg-Essen wurde am 1. Januar 2003 durch die Fusion der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und der Universität-Gesamthochschule Essen (beide 1972) gegründet. Sie gehört mit rund 40.000 Studenten aus 130 Nationen zu den – nach Studentenzahlen – zehn größten deutschen Universitäten. Sie verfügt über ein breites, international ausgerichtetes Fächerspektrum. Sie ist ein Zentrum der nanowissenschaftlichen und biomedizinischen Forschung sowie der Lehrerausbildung in NRW und bietet mehr als 240 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Nach dem Times Higher Education (THE) Ranking belegte die Universität Duisburg-Essen unter den Hochschulen 2020 den 194. Platz weltweit.
www.uni-due.de
NRW School of Governance / Universität Duisburg-Essen (UDE)
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