„Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ 2025 verliehen

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- Auszeichnung in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ für Dimitri Fromm, Janusz Korczak-Gesamtschule Gütersloh, und Simone Windhüs, Landfermann-Gymnasium Duisburg
- Dritter Preis in der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ an Carsten Arntz und Kathrin Wichmann vom Erzbischöflichen Berufskolleg Köln
- Erster Preis in der Kategorie „Unterricht innovativ“ an Jana Rotthoff und Heidi Rupieper von der Schillerschule Oberhausen
Insgesamt gingen 18 Auszeichnungen an Lehrkräfte und Teams sowie Schulleitungen aus zehn Bundesländern: Baden-Württemberg (Biberach, Heidelberg, Ravensburg), Bayern (Nürnberg, Würzburg), Berlin, Brandenburg (Potsdam), Hamburg, Hessen (Griesheim, Kelkheim), Mecklenburg-Vorpommern (Demmin), Nordrhein-Westfalen (Duisburg, Gütersloh, Köln, Oberhausen), Sachsen (Adorf, Leipzig), Schleswig-Holstein (Rendsburg).
- Ab jetzt bewerben für 2026 unter www.lehrkraftepreis.de
- Ab sofort auch Einreichungen für die neue Kategorie „Starke Grundschule“ möglich
Im Rahmen der festlichen Preisverleihung in Berlin zum bundesweiten Wettbewerb „Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“, der von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband getragen wird, wurden auch Preisträger aus Nordrhein-Westfalen geehrt.
Lehrer in Nordrhein-Westfalen leisten Tag für Tag Außergewöhnliches. Meist bekommt die breite Öffentlichkeit davon nicht viel mit. Der Deutsche Lehrkräftepreis bildet ab, welch enormes Engagement Lehrkräfte entwickeln, um ihre Schüler bestmöglich auf einem so wichtigen Teil ihres Lebensweges zu begleiten. Lehrer sind Vorbilder, formen das Denken und Handeln, vermitteln für das Leben dringend benötigte Kompetenzen und Kenntnisse und haben auch bei Sorgen und Ängsten immer offene Ohren. Ich freue mich über die Auszeichnungen für die nordrhein-westfälischen Preisträger – herzlichen Glückwunsch! Mit ihren besonderen Leistungen stehen diese Lehrer aus Köln, Duisburg, Oberhausen und Gütersloh stellvertretend für die vielen Lehrkräfte, welche unsere Schulen in Nordrhein-Westfalen in einzigartiger Weise prägen und tragen“, erklärte Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen.
Zu den insgesamt zehn Preisträgern in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ gehören Dimitri Fromm, Lehrer für Mathematik und Physik an der Janusz Korczak-Gesamtschule Gütersloh, und Simone Windhüs, Lehrerin für Mathematik und Biologie am Landfermann-Gymnasium Duisburg.
Die Preisträger wurden von Schülern der letzten beiden Abschlussjahrgänge für die Auszeichnung nominiert. Bei Simone Windhüs lobten die Schüler, dass sie kreativ und inspirierend sei, exzellente Fachkenntnis habe, Unterricht auf Augenhöhe halte, engagiert und werteorientiert sei und individuell fördere.
Zitiert aus der Nominierung:
- […] eine Mathelehrerin, die begeistert, bewegt und verbindet / Dass Mathe mit Kunst, Musik und Philosophie verknüpft werden kann, hätten wir ohne sie nie erlebt.
- Wenn jemand etwas nicht versteht, sagt sie nie „Das ist doch einfach“, sondern fragt: „Wie würdest du es erklären?“.
- Sie achtet darauf, dass wir fair miteinander umgehen, sich alle einbringen können und niemand übersehen wird.
- Manche von uns hat sie dazu gebracht, an Mathewettbewerben teilzunehmen, obwohl wir das nie für möglich gehalten hätten. Andere haben durch sie überhaupt erst verstanden, dass sie etwas können.
- Frau Windhüs ist viel mehr als eine Lehrerin. Sie ist eine Wegbegleiterin, eine Mutmacherin und eine Inspiration.
Frau Windhüs lebt vor, was gute Bildung heute braucht: Fachliche Exzellenz, menschliche Nähe, Mut zu neuen Wegen – und die Fähigkeit, junge Menschen wirklich zu sehen.
„Unterricht innovativ“ in der Nachbarstadt Oberhausen
In der Kategorie „Unterricht innovativ“ ging der erste Preis an Jana Rotthoff und Heidi Rupieper von der Schillerschule Oberhausen, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, für ihr Projekt „Schillerwerk eSG – zusammen einzigartig“. Jana Rotthoff unterrichtet Deutsch und Gesellschaftswissenschaften, Heidi Rupieper Deutsch, Geschichte und katholische Religion.
Die Schülergenossenschaft „Schillerwerk“ an der Schillerschule Oberhausen ist ein innovatives, handlungsorientiertes Unterrichtsprojekt für die Berufspraxisstufe (Sekundarstufe II) im Fachverbund Berufsvorbereitung, Hauswirtschaft, Technik, Wirtschaft, Sprache und Kommunikation sowie Mathematik. Ziel ist, Schüler praxisnah auf ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben vorzubereiten. Die Genossenschaft wurde im Schuljahr 2024/2025 gegründet, um die vorhandenen Lernangebote (Schülerfirma „Kochen“, Geschäftsfelder „Wäsche“ und „Garten“, Schülercafé „Hasencafé“) zu professionalisieren, demokratisch zu organisieren und nachhaltig zu verankern. Besonderes Merkmal ist die Verknüpfung von realen wirtschaftlichen Aktivitäten, demokratischer Mitbestimmung und inklusiver Bildungsarbeit. Die Satzung wurde in Leichter Sprache erstellt, diese Barrierefreiheit schafft gleiche Chancen zur Mitgestaltung und vermittelt ein tiefes Verständnis von wirtschaftlichem und sozialem Handeln. Durch die Arbeit im „Schillerwerk“ entwickeln Schüler Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationskompetenz und Problemlösefähigkeiten. Sie erleben direkt die Auswirkung ihres Handelns: beim Verkauf selbst hergestellter Produkte oder beim Kundenservice im Café. Viele berichten stolz, „Teil von etwas Echtem“ zu sein, und erleben erstmals gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung.
Der „Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ wird in drei Kategorien vergeben: In der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ nominieren Schüler des laufenden und vorherigen Abschlussjahrgangs aus dem Sekundarbereich ihre besonders engagierten Lehrkräfte, die das verantwortungsvolle Miteinander fördern und deren soziale Kompetenz sie persönlich erlebt haben. Die Kategorie „Unterricht innovativ“ wendet sich an Lehrkräfte im Sekundarbereich an deutschen Schulen, die Unterrichtsmodelle für die Schule der Zukunft konzipieren und mit innovativen Unterrichtsideen arbeiten. In der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ nominieren Kollegien aus allen Schulformen ihre Schulleitung oder auch Schulleitungsteams. Darüber hinaus wurden in der Wettbewerbsrunde 2025 zwei Sonderpreise vergeben: Der Sonderpreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“, ausgelobt vom Cornelsen Verlag, und der Sonderpreis „Kulturelle Bildung“, ausgelobt von der PwC-Stiftung. Die Preisgelder sind zweckgebunden und sollen für Projekte im Unterricht verwendet werden, darüber hinaus gibt es ein jährliches Exzellenzcamp sowie ein Alumni-Netzwerk.
Neue Kategorie „Starke Grundschule“ ab Wettbewerbsrunde 2026
In der 17. Runde des Wettbewerbs können sich Grundschullehrkräfte erstmals mit ihren Konzepten und Lernvorhaben für die neue Kategorie „Starke Grundschule“ bewerben. Hier wird gezielt die pädagogische Qualität von Grundschulunterricht in den Mittelpunkt gestellt. Ausgezeichnet werden Lehr- und Lernkonzepte, die das Kind mit den individuellen Potenzialen, Lebenswelten und Voraussetzungen in den Fokus nehmen und diese mit einer systematischen Stärkung von Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben, Sprache und Mathematik mit sozial-emotionalem Lernen verbinden und so die Persönlichkeit stärken. Ziel ist es, Grundschullehrkräfte für gute (Lern)Praxis in deutschen Grundschulen zu würdigen, die Kinder nachhaltig für ihren weiteren Bildungsweg vorbereitet, Bildungsgerechtigkeit fördert und Teilhabe ermöglicht. Auch in dieser Kategorie werden drei Preise vergeben. Weitere Informationen unter www.lehrkraeftepreis.de/der-wettbewerb/starke-grundschule
Die Jury
Die Auswahl der Bewerbungen erfolgte in einem zweistufigen Verfahren. Nach einer intensiven Begutachtungsphase durch Experten aus Schule und Bildungsbereich entschied über die Preisträger aller Kategorien der Wettbewerbsrunde 2025 eine prominent besetzte Jury unter der Leitung von Prof. Dr. David-S. Di Fuccia (Universität Kassel):
Der Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ wird seit 2020 von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband (DPhV) gemeinsam getragen und durchgeführt. Sie zeichnen Menschen und Unterrichtsprojekte aus, die Schule besser machen: Lehrkräfte, die ihre Schüler stärken. Schulleitungen, die Ihr Kollegium mit Weitblick motivieren. Lehrkräfte-Teams, die mit innovativen Unterrichtsprojekten begeistern. www.lehrkraeftepreis.de
Die Heraeus Bildungsstiftung engagiert sich für Schulen, in denen Kinder und Jugendliche ihre Stärken entfalten und ihre Zukunft mit Zuversicht gestalten können. Dafür unterstützt sie Schulleitungen und Lehrkräfte, die diesen Wandel vor Ort möglich machen. Im Mittelpunkt stehen Weiterbildungen, Qualifizierungen und Netzwerke mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Führung und Beziehungskultur. Grundlage aller Programme sind wissenschaftlich fundierte Ansätze – von der Positiven Psychologie über Growth Mindset bis zur evidenzbasierten Schulentwicklung – verbunden mit praxisnaher Begleitung. 2025 feierte die Heraeus Bildungsstiftung ihr 60-jähriges Jubiläum. www.heraeus-bildungsstiftung.de
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) ist die Dachorganisation der 15 Philologenverbände der Bundesländer. Er vertritt rund 90.000 Mitglieder – Lehrkräfte an Gymnasien, an zum Abitur führenden Bildungseinrichtungen sowie Lehrbeauftragte an Hochschulen, insbesondere in der Lehrkräftebildung. Seit seiner Gründung 1903 setzt sich der DPhV für eine hochwertige gymnasiale Bildung ein. Er arbeitet eng mit Lehrerverbänden im In- und Ausland zusammen und ist Mitglied im dbb beamtenbund und tarifunion sowie im Deutschen Lehrerverband (DL). Der Verband engagiert sich für eine verantwortungsvolle Bildungspolitik und für den Erhalt des Gymnasiums als einheitliche Schulart und durchgängiger Bildungsgang in einem mehrgliedrigen Schulwesen in allen Bundesländern. Ein zentrales Anliegen ist es, die Bedeutung gymnasialer Bildung in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. www.dphv.de
Heraeus Bildungsstiftung und Deutscher Philologenverband (DPhV)
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