Anzeige

Deutschland feiert den „Tag der Currywurst“ nicht am 4., sondern am 22. September

Currywurst. Foto: Alexander Fox (planet_fox) / pixabay.
___________________________________________
Diese Wahrheit mag nicht jedem schmecken – dabei ist sie würzig, warm und 22 Zentimeter lang. Die Wahrheit lautet: Die Currywurst feiert künftig nicht mehr am 4. September ihren Ehrentag, sondern am 22. September. Seit der Veröffentlichung des Buches „Alles Currywurst – oder was?“ von Tim Koch und Gregor Lauenburger wird mit mehr Würze denn je klargestellt: Der wahre Geburtsort der Currywurst liegt in Duisburg, und der 22. September ist der einzig wahre Termin für den „Tag der Currywurst“.

Der langjährige Feiertag, festgelegt aufgrund Herta Heuwers angeblichem Schöpfungsmoment in Berlin im Jahr 1949, hat damit ausgedient. Was nach extrem scharfer Soße klingt und der Bundeshauptstadt nicht schmecken wird, ist gut recherchierte Historie: Laut den Autoren spielt Berlin, das sich viele Jahre als Heimat der Currywurst feierte, nach aktuellen Erkenntnissen nur noch die dritte Geige. „Unsere Recherchen belegen, dass die wahre Wiege der Currywurst in Duisburg steht und zwar bei ,Peter Pomm’s Pusztetten-Stube‘, wo Johann Peter Hildebrand schon 1936 seine Bratwurst mit Curry und Ketchup kombinierte“, so Autor Tim Koch. Damit landet Berlin hinter Duisburg und Hamburg, wo – zumindest literarisch – Lena Brücker 1947 die Currywurst auf die Pappschale gebracht haben soll, nur noch auf dem Bronze-Platz. Auch der Eintrag auf Wikipedia wurde entsprechend aktualisiert.*

Die Stadt Duisburg hat die Zeichen der Zeit erkannt – und will bald eine Gedenktafel bei der legendären „Peter Pomm’s Pusztetten-Stube“ aufstellen. „Wir befinden uns in der heißen Phase der Planung und werden die Tafel am neuen Tag der Currywurst, dem 22. September, anbringen und offiziell präsentieren“, verrät Alexander Klomparend, Pressesprecher der Stadtmarketing-Gesellschaft Duisburg Kontor.

Auch ein Autobahnschild auf der A40 mit der Aufschrift „Metropole Ruhr – Heimat der Currywurst“, im Fachjargon „touristische Unterrichtstafel“ genannt, könnte folgen, sobald die Gedenktafel und/oder ein Currywurst-Museum Realität werden.

Ja, richtig gelesen: Die Gespräche zur Eröffnung eines Currywurst-Museums im Ruhrgebiet sind laut Koch ebenfalls in vollem Gange. Der geplante Standort für diese Hommage an Deutschlands liebste Imbissspezialität könnte Dreh- und Angelpunkt für zukünftige Currywurst-Feste werden und wäre ein Highlight für Touristen. „Spätestens wenn es ein Museum gibt, kann endlich der Antrag für die touristische Unterrichtstafel vorangebracht werden – wir haben das alles sauber im Buch beschrieben“, so Koch augenzwinkernd.

2026: Party zum 90. Geburtstag
Hatte Berlin im vergangenen Jahr noch den 75. Geburtstag der Currywurst gefeiert, laufen jetzt bereits die Vorbereitungen für das nächste, das richtige Jubiläum: Zum 90. Geburtstag der Currywurst im Jahr 2026 wird nicht nur eine große Party im gesamten Ruhrgebiet erwartet. Alle Currywurst-Buden werden herausgeputzt, geplant sind zudem Lesungen, und es gibt bereits Anfragen von Talkshows. Lauenburger: „Wir bringen die Currywurst ins Rampenlicht, wo sie hingehört – und zwar mit Schmackes.“

Wer die volle Wahrheit (und noch mehr kuriose Geschichten) über die deutsche Ikone erfahren will, sollte zum unverzichtbaren Standardwerk „Alles Currywurst – oder was?“ greifen. Mit viel Humor, spannenden Fakten und einer Prise Ruhrpott-Charme rollen die Autoren die Geschichte der Currywurst gnadenlos auf – und legen jede falsche Behauptung auf den Grill. Eine perfekte Einstimmung auf die geplanten Jubiläumsfeiern im Jahr 2026.

Warum der 22. September?
Die Antwort ist so einfach wie köstlich: Der 22. September ist der Geburtstag von Johann Peter Hildebrand, dem Mann hinter der Original-Currywurst aus Duisburg. Damit wird der Tag historisch authentischer. Denn bisher wurde ein laut Herta Heuwer regnerischer Tag im Jahr 1949 gefeiert – eine Behauptung, die bereits meteorologisch widerlegt werden konnte. Kann man sich dann noch auf den Rest verlassen? Auch dies nachzulesen in „Alles Currywurst – oder was?“

*) Disclaimer: Die Wikipedia-Änderung wurde durch die Community angestoßen. Der Klartext Verlag prüft nicht, ob Berlin das gut findet!

 
Die Autoren
Tim Koch ist gebürtiger Hamburger und seit mehr als 30 Jahren in der Gastronomie und Hotellerie zuhause. Er brachte zahlreiche Ketchup- und Currywurstsaucen in den Handel und gründete ein Franchisekonzept für Currywurst-Buden. Heute ist er ein renommierter Konzeptentwickler für Marken, Gastronomie und Events. Auf seinem Unterarm prangt eine Currywurstschale als Tattoo, als wäre nicht ohnehin völlig klar: Niemand liebt Currywurst mehr als er.

Gregor Lauenburger ist in Duisburg-Hamborn geboren und verbindet mit der Currywurst viele Kindheitserinnerungen. Wenn er nicht gerade in der heimischen Küche daran werkelt, die Currywurst seiner Kindheit zu rekonstruieren, arbeitet er an einem Essener Gymnasium. Er ist vermutlich erster und einziger Currywurst-Seelsorger der Welt…

Der Klartext Verlag
Der Klartext Verlag wurde 1983 im Ruhrgebiet gegründet: Klartext bietet ein vielfältiges Programm aus Sachbüchern, Ausstellungskatalogen, Kalendern und Bildbänden. Dabei ist auf eines Verlass: Der Klartext Verlag macht Bücher mit Qualität – und gerne auch mal mit einem Augenzwinkern. Neben dem unverzichtbaren, maßgebend wegweisenden Lexikon „Alles Currywurst – oder was?“ erscheint im Herbst 2025 unter anderem die neue Ratgeber-Reihe #weileswichtigist.
Klartext Verlag
Foto: Alexander Fox (planet_fox) / pixabay

 

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Entdecke mehr von Rundschau Duisburg

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Sie muessen eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben Einloggen