Strukturen der Prägung durch den Menschen Von Petra Grünendahl André Schweers im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. ___________________________________________Ein Studienaufenthalt in Kappadokien, einer Landschaft in Zentralanatolien in der Türkei, 1986 mit dem Besuch der Höhlen von Göreme hat seine Sicht nachhaltig geprägt: „Verfolgte Christen hatten sich dort niedergelassen und Wohnhöhlen in den Tuffstein gehauen. Dieses Einschreiben des Menschen in die Landschaft hat mich beeindruckt“, erzählte André Schweers (*1963). „Faszinierend, wie Generationen von Menschen und Völkern kamen, die Landschaft geprägt und urbane Strukturen geschaffen haben. Ich horche hinein in diese Landschaft: Was will sie mir sagen?“, so Schweers weiter. Spuren früheren Geschehens und organische Prozesse, Strukturen von Erinnerung und stille Bewegung spiegeln sich in den Relikten und ihrem Verfall. Als Künstler sehe er sich als Spurensuchender, als Geschichtsschreiber: „Mir stellte sich die Frage: Was hinterlässt der Mensch in der Landschaft. Schließlich war Göreme eine Kolonie von mehreren 1000 Menschen.“ – „Das waren richtige Städte, die dort entstanden sind“, ergänzte Dirk Krämer, der sich zusammen mit seinem Co-Stifter Klaus Maas selber mal ein Bild von der Region gemacht hat.
André Schweers im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. ___________________________________________Mit dem Titel „Flüstern der Landschaft“ zeigt das Museum DKM in einem seiner Ausstellungsräume eine neue Sonderschau mit Werken von André Schweers. Museumsstifter Dirk Krämer und Klaus Maas stellten die Ausstellung zusammen mit dem Künstler vor. „Wir haben ihn auf verschiedenen Ausstellungen in der Region gesehen. Seine Themen haben sich mit unseren Themen gedeckt“, verwies Dirk Krämer auf das Leitthema des Museums, „Linien stiller Schönheit“. Gezeigt werden plastische und skulpturale Papierarbeiten des Künstlers in unterschiedlichen Formaten: Die Ablagerungen und das Eingraben in die Landschaft spiegelt sich in diesen Werken. „Wenn man von einer Formensprache fasziniert ist, entdeckt man sie immer wieder“, erklärte der Künstler seine Prägung durch die Höhlen von Göreme. „Geschehenes übertragen auf Papier, auch skulptural als Papierguss, war für mich aus diesen Erfahrungen heraus schlüssig“, erklärte Schweers sein bevorzugtes Medium. „Ich fühle mich hier im Museum DKM mit meinen Werken an der richtigen Stelle“, verwies Schweers auf die Ruhe, die die Neutralität der Umgebung und die ausgestellten Werke andere Künstler in den angrenzenden Räumen ausstrahlten. Die Ausstellung ist ab Morgen bis zum 31. Oktober fürs Publikum zugänglich.
Der Künstler André Schweers im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. ___________________________________________André Schweers wurde 1963 in Mülheim an der Ruhr geboren. Zwischen 1985 und 1990 studierte er Kunst und Geografie an der Universität Duisburg sowie Bildhauerei bei Kurt Sandweg. In den Jahren 1990 bis 1994 baute er die Papierwerkstatt im Fachbereich Kunst der Universität Duisburg, die er dann auch leitete. Zwischen 1994 und 1998 folgten verschiedene Arbeitsaufenthalte an archäologischen Ausgrabungsstätten in Italien, Griechenland, der Türkei und in Frankreich. Seit 1992/93 bis Anfang 2026 betreute er Skulpturen-Restaurationen und konservatorische Arbeiten im Lehmbruck Museum. Seit 1992 hatte er parallel als Künstler Ausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Projekte im In- und Ausland. Seit 2010 entwickelt er Ausstellungskonzepte und ist als Kurator tätig. Ab dem Jahr 2020 übernahm der ehrenamtlich die künstlerische Leitung im Kunstverein Peschkenhaus in Moers. www.andre-schweers.de
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Museum DKM Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________Das private Museum DKM hat 1999 etwas kleiner als Galerie im Duisburger Innenhafen begonnen. Mit ihrer wachsenden Kunstsammlung zogen die Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer im Januar 2009 ins Zentrum der Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Kantpark mit dem Lehmbruck Museum. Die Architektur des Museums, die umgebaute ehemalige Gewerbeimmobilie eines Elektrogroßhändlers, dient in ihrer Zurückhaltung der Ausstellung der Kunst. Hier zeigen die Museumsstifter unter dem Motto „Linien stiller Schönheit“ aus ihrer eigenen Sammlung Kunst und Kultur aus 5.000 Jahren sowie wechselnde Sonderausstellungen auch mit Leihgaben. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst, Kunst aus Südostasien, Alt-Ägypten und zeitgenössischer Fotografie. Die drei Baukörper des Museums erstrecken sich über fünf Ebenen und umfassen 2.700 Quadratmeter in 51 Räumen. Das Museum DKM gehört zu den 21 RuhrKunstMuseen.
Linien stiller Schönheit: Sammlungskatalog des Museums der Stiftung DKM.Das Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel ermöglicht mittwochs zwischen 10 und 16 Uhr für exklusive Führungen (nach Voranmeldung). Sonderöffnungen gibt es an Wochenende etwa einmal im Monat (Termine auf der Webseite). Ansonsten wird an anderen Tagen der Woche nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre 6 Euro. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppenführungen (ab 10 Personen) jenseits der normalen Öffnungszeiten gibt es einen Sonderöffnungspreis von 10 Euro pro Person, für Schulen und Universitäten im Rahmen von Lehr- und Weiterbildungsveranstaltungen sind diese kostenlos. Führungen können auf Deutsch und Englisch gebucht werden. Außerdem gibt es spezielle Vermittlungskonzepte für Kinder und Jugendliche. Eine Jahreskarte kostet 100 Euro und berechtigt zum Eintritt für ein Jahr ab Abstellungsdatum. Die RuhrKultur.Card ermöglicht einen einmalig freien Eintritt. Weitere Infos gibt es hier.
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