Wichtig ist Befragten: Sicher, zuverlässig, gesund und bezahlbar Von Petra Grünendahl Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verband e.V. Foto: Screenshot. ________________________„Eine große Mehrheit wünscht sich eine stärkere Förderung des ÖPNV (76 Prozent) und einen zuverlässigen Regional- und Fernbahnverkehr (72 Prozent). Das muss die Politik stärker priorisieren und die vorhandenen investiven Mittel dafür einsetzen“, erklärte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verband e.V., bei der Vorstellung der TÜV Mobility Studie 2026. Andere Maßnahmen wie eine stärkere Förderung des Fußverkehrs (54 Prozent), des Radverkehrs (51 Prozent), der Elektromobilität (51 Prozent) oder des Pkw-Verkehrs (50 Prozent) folgen erst mit Abstand. TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________Die Befragten wünschen sich, den Verkehr für alle sicherer machen. 58 Prozent empfinden andere Verkehrsteilnehmer als rücksichtslos – und meinen, dass sich dieses Verhalten in den vergangenen Jahren verschlimmert hat. Belange von Fußgängern und Radfahrern würden bei der Verkehrsplanung zu wenig berücksichtigt, sagen 46 bzw. 47 Prozent der Befragten. „Die Bedürfnisse der schwächeren Verkehrsteilnehmer müssen zum verbindlichen Maßstab werden“, sagt Bühler. Schlechte Noten bekommt auch die Verkehrsinfrastruktur: Vom Zustand von Straßen, Rad- und Gehwegen (67 Prozent) bis zur Verfügbarkeit von ÖPNV (47 Prozent). „Wir müssen mehr für den Fußverkehr tun, denn der Autoverkehr stößt in vielen Städten an seine Grenzen. Sichere Radwege, Park-and-Ride-Angebote und ÖPNV können den Autoverkehr durch attraktive Alternativen reduzieren“, so Bühler.
TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________Nach einer ersten Studie 2024 legt der TÜV Verband in diesem Jahr seine neue Mobility Studie vor, bei der 2.504 Befragte Angaben zu ihrer Verkehrsmittelnutzung, ihrem Empfinden im Straßenverkehr und ihre Forderungen für ihre künftige Mobilität machen konnten. Grundlage der Studienergebnisse ist eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 2.504 Personen ab 18 Jahren. Die Umfrage wurde vom 19. März bis 10. April 2026 durchgeführt. Die Fragen und Antwortoptionen sind im Wortlaut im Studienbericht einsehbar.
TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________Immerhin 88 Prozent der Haushalte haben mindestens ein Auto: Der Anteil ist auf dem Land mangels Alternativen (ÖPNV) höher als in der Großstadt. Dass bei der Nutzung das Auto so dominiert, ist kein Wunder, wurde doch für alle Verkehrsträger die tägliche Nutzung mit der Nutzung mindestens einmal die Woche zusammen gefasst: Wenn der Land- oder Kleinstadtbewohner einmal die Woche einkaufen fährt und sonst im Home Office arbeiten kann, treibt das die Auto-Nutzung natürlich nach oben. TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________Wobei man nicht bestreiten kann, dass dort mit einem dünneren ÖPNV das Auto natürlich das Verkehrsmittel der Wahl ist, wenn man irgendwo hin will. Interessant ist die Bevorzugung des Pedelec oder E-Bike auf dem Land gegenüber dem Fahrrad in der Stadt: Die längeren Strecken machen die elektrische Unterstützung attraktiv. Kein Wunder, dass bei kürzeren möglichen Strecken in Großstädten das zu Fuß gehen (mindestens einmal die Woche bis fast täglich) einen höheren Stellenwert haben kann als das Auto, das man nur für längere Fahrten nutzt, wenn der ÖPNV kein Alternative ist.
E-Mobilität gewinnt an Zuspruch TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________Die Studie zeigt, dass Vorurteile gegen Elektroautos im Vergleich zur letzten Studie 2024 abgebaut wurden: Positiver beurteilten die Befragten die Sicherheit der Fahrzeuge (Bedenken haben nur noch 12 Prozent), die Antriebstechnik („nicht ausgereift“ sagen nur noch 6 Prozent) und das Fahrgefühl („kein typisches Fahrgefühl“ sagen nur 2 Prozent). Allerdings gibt es weiterhin Vorbehalte gegenüber reinen batterieelektrischen Fahrzeugen: 57 Prozent der Befragten nennen die hohen Anschaffungskosten von E-Autos, gefolgt von einer zu geringen Reichweite (52 Prozent) und zu wenigen Ladestationen (50 Prozent). Letzteres beklagen überdurchschnittlich viele Bewohner von Großstädten (58 Prozent).
TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________Unabhängig davon, ob sie aktuell einen Autokauf planen oder nicht: Mittlerweile würden sich 25 Prozent der Befragten ein reines Elektroauto kaufen, weitere 25 Prozent ein Fahrzeug mit Hybridantrieb. Eine Mehrheit von 35 Prozent bevorzugt weiterhin einen Verbrenner (Benziner oder Dieselantrieb). Allerdings: „Der Ausbau des Ladenetzes muss weitergehen und öffentliches Laden muss einfacher, transparenter und verlässlicher werden“, sagte Bühler. TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________Gleichzeitig müssten auch die Rahmenbedingungen auf dem Gebrauchtmarkt verbessert werden, da für viele Bürger ein Neuwagen zu teuer ist. „Im Gebrauchtwagenmarkt sind Informationen zum Batteriezustand mindestens so wichtig wie Angaben zu Alter, Laufleistung und HU-Plakette. Ein standardisierter Batteriecheck würde Verbrauchern Sicherheit geben“, so Bühler. Hierfür müsse der Gesetzgeber die Voraussetzungen schaffen. Aktuell fahren 73 Prozent der Autofahrer einen Benziner (2024 waren es 75 Prozent), 30 Prozent einen Diesel (2024 26 Prozent), 9 Prozent ein E-Auto (2024 7 Prozent), 8 Prozent einen Hybrid (2024 7 Prozent) und 1 Prozent ein Fahrzeug mit Gasantrieb (2024 1 Prozent). Für die meisten Befragten, die ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb (Verbrennungsmotor mit zusätzlichem Elektromotor) kaufen würden, kommt E-Mobilität aber nicht infrage.
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TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________TÜV Mobility Studie 2026: Präsentation. Infografik: TÜV Verband. ________________________________Über den TÜV-Verband
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