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IAQ-Report der Universität Duisburg-Essen: Gesundheitsberatung stärkt Chancen Langzeitarbeitsloser

 

Ärztliche Beratung (Symbolbild). Foto: Mart Production / pexels.
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Viele Menschen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen, kämpfen nicht nur mit Arbeitslosigkeit, sondern auch mit gesundheitlichen Belastungen. Ein neuer Report des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen zeigt: Eine gezielt gesundheitsorientierte Beratung kann ihre Chancen auf einen beruflichen Neustart deutlich erhöhen.

„Wenn sich die psychische Gesundheit verbessert, steigt auch die Aussicht, wieder Fuß im Arbeitsleben zu fassen“, sagt Dr. Susanne Drescher vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE). „Gesundheitsförderung ist damit kein Randthema, sondern der Kern erfolgreicher Arbeitsmarktintegration.“

Während gesundheitliche Einschränkungen in der regulären Beratung von Jobcentern meist nur am Rande berücksichtigt werden, standen sie im rehapro-Projekt PRO AKTIV im Mittelpunkt. Lotsen unterstützten die fast 1000 Teilnehmenden intensiv, zum Beispiel beim Zugang zu Ärzten, Therapien und Reha-Angeboten. So erhielten viele Menschen, die zuvor kaum medizinische Anbindung hatten, erstmals verlässliche Unterstützung. PRO AKTIV setzte dafür auf einen sanktionsfreien Rahmen, ausreichend Zeit pro Person und eine vertrauensvolle Beratungssituation. Durch intensive Beziehungsarbeit konnten Teilnehmende gesundheitliche Probleme erstmals offen ansprechen und Veränderungen angehen. Die enge Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung Westfalen beschleunigte zudem Reha-Verfahren und erleichterte Zugänge zu Leistungen.

Das Ergebnis der standardisierten Selbsteinschätzung ist eindeutig: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden verbesserte ihre psychische Gesundheit. Personen mit stabilerer psychischer Verfassung hatten außerdem eine höhere Wahrscheinlichkeit, ihre Jobchancen positiv einzuschätzen. Der IAQ-Report zeigt damit, dass ein gesundheitsorientierter Beratungsansatz langzeitarbeitslose Menschen deutlich besser erreichen kann, wenn Faktoren wie Zeit, Vertrauen und eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Jobcentern, DRV und medizinischen Akteuren gewährleistet sind.

Weitere Informationen:
Susanne Drescher, 2025: Gesundheitsförderung als Brücke in die Erwerbstätigkeit für Langzeitarbeitslose. Erkenntnisse aus dem rehapro-Modellprojekt PRO AKTIV. IAQ-Report 2025-12. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation.

 
Universität Duisburg-Essen (UDE)
Die Universität Duisburg-Essen wurde am 1. Januar 2003 durch die Fusion der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und der Universität-Gesamthochschule Essen (beide 1972) gegründet. Sie gehört mit rund 40.000 Studenten aus 130 Nationen zu den – nach Studentenzahlen – zehn größten deutschen Universitäten. Sie verfügt über ein breites, international ausgerichtetes Fächerspektrum. Sie ist ein Zentrum der nanowissenschaftlichen und biomedizinischen Forschung sowie der Lehrerausbildung in NRW und bietet mehr als 240 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Nach dem Times Higher Education (THE) Ranking belegte die Universität Duisburg-Essen unter den Hochschulen 2020 den 194. Platz weltweit.
www.uni-due.de
Universität Duisburg-Essen (UDE)
Foto: Mart Production / pexels

 

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