„Mit Kumpel auf Kohle“ bietet exklusive Einblicke in den Bergbau am Niederrhein Von Petra Grünendahl Industriedenkmal Schacht IV der Zeche Rheinpreußen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________Direkt ab 18 Uhr starten die Führungen „mit Kumpel auf Kohle“ durch die Welt des Bergbaus: Für jeweils 30 bis 40 Minuten zeigen ehemalige Bergleute zum Beispiel in den Gebäuden rund um die Maschinenhalle, wie im Tagesbetrieb (also oberirdisch) auf der Zeche gearbeitet wurde. Teils sind diese Gebäude heute vermietet, teils sehen sie leer – und nur zur Extraschicht bekommen Besucher diese Einblicke. So sind hier auch die Tanzsäle der Discothek PM (1996–2014/2015) zu sehen, die vor 30 Jahren erstmals ihre Pforten öffneten. Mehrere Führungen laufen parallel, „allerdings nur bis 21:45 Uhr (Start der letzten Tour), weil dann nicht mehr überall die Lichtverhältnisse ausreichen“, erklärte André Thissen, Leiter des Arbeitskreises Schacht IV. Zum beliebten Klassiker haben sich in den letzten drei Jahren die beiden Werksbustouren mit kundigen „Fremdenführern“ entwickelt, die von der Geschichte des Standorts ebenso berichten wie von der Entwicklung des Bergbaus am Niederrhein: In die Zechenkolonie Meerbeck geht es auf 30- bis 40-minütigen mit drei Bussen für jeweils 20 Besucher durch die historische Bergbausiedlung. Zwei weitere Busse bringen Besucher als Shuttle rauf auf die Halde Rheinpreußen direkt zum Geleucht, welches statt wie üblich bis 18 Uhr an diesem Abend bis 23 Uhr zugänglich ist und wo u. a. der Saxofonist Finn Grabig den Ausblick musikalisch untermalt. Jeweils um 22 Uhr starten hier die letzten Touren. Bis 23 Uhr lockt Jung & Alt eine Grubenfahrradstrecke in einem Streckenausbau auf dem Parkdeck, die bei ihrer Premiere im vergangenen Jahr besonders Kinder begeisterte. Und an Führungen durch die Maschinenhalle und die Bergbausammlung des Vereins kann man sogar bis 2 Uhr teilnehmen.
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Extraschicht-Team auf Schacht IV der Zeche Rheinpreußen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________Die Extraschicht auf Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Moers wirft ihre Schatten voraus: Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) als verantwortlicher Partner der Ruhrtourismus stellte das Programm mit ehrenamtlichen Helfern und Akteuren im Pressegespräch vor. Seit der ersten Teilnahme 2015 ist der GMGV an diesem Standort bereits zum zehnten Mal dabei und hat sich als Besucherliebling etabliert. In den Besucherbefragungen gab es im vergangenen Jahr erstmals (nach vielen Jahren in den Top5) den Spitzenplatz als bester Standort der Extraschicht. Außerdem wurde der GMGV im vergangenen Jahr für das immer wieder begeisternde Bespielen des Industriedenkmals zur Extraschicht mit dem Heimat-Preis der Stadt Moers ausgezeichnet: „Das Preisgeld von 3.000 Euro haben wir in diesem Jahr gleich wieder in das Programm des Abends gesteckt“, verriet GMGV-Schatzmeister Frank Heinrich. Das Programm am Schacht IV vereint die Moerser Bergbaugeschichte mit einem Kultur- und Unterhaltungsprogramm. Emotionales Highlight wird nun im dritten Jahr der Auftritt des Ruhrkohle Chors mit 50 Sängern um 23:15 Uhr mit traditionellem Bergbau-Liedgut ebenso wie neueren Songs. Den Programmabschluss bilden eine Fassadenillumination von Lichtgestalten unter musikalischer Begleitung von Andreas Pasieka sowie das musikalische Feuerwerk am Fördergerüst. Danach gibt es Party mit DJ Dirk.
Buntes Programm, lokale Gastronomie und engagierte ehrenamtliche Helfer Industriedenkmal Schacht IV der Zeche Rheinpreußen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________„Gäste aus dem Ruhrgebiet besuchen uns vor allem am frühen Abend“, erzählte Frank Heinrich. Manche blieben am Standort, andere zögen dann weiter. Wer am Schacht IV bleibt, erlebt nach der traditionellen Eröffnung durch den Bergmannsknappenverein & Jugendspielmannszug Glückauf Geldern neben den vielen interessanten Führungen zum Beispiel Publikumslieblinge wie Joe Kiki, der Kneipenchor der Moerser Röhre oder Schlager & More, Pommes Deluxe mit Beatboxer Carlos Howard oder Comedy mit Emmi & Willnowsky aus Norddeutschland. Der GMGV kooperiert für die Extraschicht mit der Ruhrtourismus und dem Verein 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V. und wird von lokalen Akteuren wie der Volksbank Niederrhein eG, dem Autohaus Fett & Wirtz, dem Moerser Kulturbüro und der Wirtschaftsförderung der Stadt sowie dem Stadtteilbüro Neu_Meerbeck finanziell unterstützt. In diesem Jahr stellt eine Baustelle auf der Zechenstraße die Veranstalter vor Herausforderungen: Die Werksbustouren starten damit von der Franz-Haniel-Straße unterhalb der „Festmeile“.
Das Programm auf Schacht IV Extraschicht auf Schacht IV der Zeche Rheinpreußen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________
Extraschicht-Team auf Schacht IV der Zeche Rheinpreußen wurde mit dem Heimat-Preis der Stadt Moers ausgezeichnet. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________Jedes Jahr begeistern über 100 ehrenamtliche Helfer vom Grafschafter Museums- und Geschichtsverein sowie von befreundeten Vereinen die Besucher der Extraschicht: Bei Führungen, Werksbusfahrten, im Service an der Festmeile am Schacht IV sowie im gastronomischen Angebot. Bis auf einen Stand von Lokalmatador und Nachbar Weine Bührmann stemmen Vereine aus Moers und Umgebung in diesem Jahr die Gastronomie: Mit zivilen Preisen fürs Publikum. Für junge Besucher gibt es kostenfreies Kinderschminken und eine Ballonfee.
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Extraschicht – Nacht der Industriekultur: Programm und Tickets
Extraschicht auf Schacht IV der Zeche Rheinpreußen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________Zumeist am letzten Samstag im Juni legt das Ruhrgebiet eine ExtraSchicht ein – und das bereits seit 2001. Und das überall dort, wo der Puls des Ruhrgebiets nach wie vor schlägt: An ehemalige Bergbaustandorten, Stahlwerken und Industrieanlagen, Museen oder auch an Landmarken. Ein KulturFestival einmal quer durch das Ruhrgebiet. Insgesamt sind in diesem Jahr 40 Spielorte in 18 Städten mit dabei: Am Samstag, 27. Juni, von 18 Uhr bis 2 Uhr.
Ticket-Infos
Im Vorverkauf gibt es Tickets für 22 Euro (ermäßigt 17 Euro), Inhaber der Ruhr.Topcard (an ausgewählten Vorverkaufsstellen und online) oder RuhrKultur.Card (nur online) zahlen 11 Euro. An der Abendkasse kostet das Ticket für die gesamte Extraschicht (inklusive umfassendem Mobilitätsangebot) 25 Euro. Es gibt auch Tickets nur für den einzelnen Ort (hier Schacht IV) für 15 Euro (dann allerdings ohne Shuttle-Busse und ÖPNV). Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Tickets gibt es an vielen Spielorten, Stadt- oder Tourist-Infos und online. Mehr Info unter www.extraschicht.de. Für die Organisation der Extraschicht zeichnet die Ruhr Tourismus verantwortlich.
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Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. Das Denkmal von Kurfürstin Luise Henriette vor dem Moerser Schloss. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________Der Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) möchte die Geschichte und Kultur der Grafschaft Moers schützen und erhalten – und das seit 1904. In diesem Jahr gründete Dr. Hermann Boschheidgen den „Verein für Heimatkunde“. Seitdem werden vom Verein, der heute „Grafschafter Museums- und Geschichtsverein“ heißt, Gegenstände aus dem Alltag und dem Leben der Moerser Bevölkerung zusammengetragen und im Moerser Schloss ausgestellt. Dadurch soll gemeinsam mit der Stadt Moers interessierten Bürgern die Geschichte der Grafschaft und des Altkreises Moers nahe gebracht werden. Den kulturellen und historischen Wert des Schlossparks stärker bewusst zu machen und zu erhalten ist ebenfalls ein Ziel der Arbeit des GMGV. Der heutige Vorsitzende, Peter Boschheidgen, ist ein Enkel des Vereinsgründers.
Industriedenkmal Schacht IV der Zeche Rheinpreußen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________Als weiterer Schwerpunkt der Vereinstätigkeit kam später die Geschichte des Bergbaus mit dem Nutzungsrecht für das „Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV“ hinzu, mit der Verpflichtung, das Maschinenhaus von 1906 zu erhalten. Der Bergwerks-Standort war 1962 stillgelegt worden. Unter dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Andreas Eichholtz übernahm der GMGV Ende der 1990er-Jahre als Bauherr mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, des Landes NRW und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung die Renovierung. Das Denkmal und die restaurierte Technik kann im alten Maschinenhaus besichtigt werden. Ehrenamtlich tätige ehemalige Bergleute erklären die Fördertechnik und führen durch die Sammlung. Geöffnet ist Bergbaumuseum an der Zechenstraße 50 in Moers-Hochstraß von Mai bis Ende Oktober jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr. Gruppenführungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich. Kontakt unter Telefon 02841 / 889108 (mittwochs 9 bis 12 Uhr) oder per Mail an schacht4(at)gmgv-moers.de. www.gmgv-moers.de
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